Verschiedene Meinungen: Start von “Krieg der Sterne” (”Star Wars”) in deutschen Kinos (2. Februar 1978)

2. Februar 2008

Ludwig Kamatschik, Literatur- und Filmkritiker:
Nur selten begebe ich mich in die Niederungen des Films. Eigentlich nur dann, wenn es dort wirklich einmal etwas von Niveau zu sehen gibt – was in unserer Zeit leider nur noch Recht selten der Fall ist. Die Zeiten solcher Meisterwerke wie Citizen Kane, Das Siebte Siegel und Metropolis sind augenscheinlich vorüber. Gerade musste ich mir ein gar unsägliches Machwerk des US-amerikanischen Regisseurs George Lucas ansehen.
Ein Film mit dem Namen „Krieg der Sterne“, im englischen Original „Star Wars“. Nachdem dieser Film, der jedem Anspruch schon ob seiner Thematik entsagt, in den USA zu einem großen Erfolg wurde, wird nun auch Europa von diesem Sammelsurium an Belanglosigkeiten heimgesucht. Die futuristische Welt mit ihren Lichtschwertern, Raumschiffen und all ihrer Brutalität stellt keine Fragen an die Gesellschaft, sie fordert nicht zum Denken auf und begibt sich auch nicht auf die Suche nach dem Sinn unseres Daseins. Sie ist schlicht nur bunt und grell. Ich bin mir aber sicher, dass das intelligente europäische Publikum sich von diesen amerikanischen Banalitäten nicht wird hinreisen lassen und der Film schnell in der verdienten Versenkung verschwinden wird. Wie dieser Film überhaupt auch nur zu einem Kandidaten für die Academy Awards werden konnte ist mir rätselhaft.

Frank Hasselmühl, Filmfan und Vorsitzender des „Deutschen Vereins der Cineasten“:
Welche Bildgewalt, welch’ musikalischen Untermalung. „Krieg der Sterne“ ist sicherlich ein Meisterwerk der neueren Filmkunst. Von der ersten Sekunde an ist man gefesselt von der Story rund um eine Rebellion gegen das übermächtige Imperium, identifiziert sich mit ihren hauptsächlichen Protagonisten, Luke Skywalker, Prinzessin Leia, Obi-Wan Kenobi und vor allem Han Solo, mit dem brillanten Harrison Ford, dem ich eine große Karriere prophezeie.
Gar von der Personifikation des Bösen, Darth Vader, fühlt man sich in einer beklemmenden Art und Weise eingenommen. In den USA ist der Film bereits ein Blockbuster. Ich bin sicher, dass auch das europäische Publikum dieses Meisterwerk zu würdigen wissen wird. Meiner Meinung nach gab es in den letzten Jahren selten einen würdigeren Kandidaten für die Verleihung des Oscars.

Tim und Klaus, 9 und 11 Jahre:
‚tzzzimm’ ‚sssssssissssssd’ „Nimm das Du rebellischer Schurke – mein Laserschwert wird Dich lehren gegen meine Macht zu kämpfen“ „Meine Freunde und ich werden siegen und das Leben der Prinzessin schützen“ ‚sssisssdddd’ ‚tschack’ „Ahhh, nein! Wie kann das sein. Ich darf nicht sterben. Die dunkle Seite muss siegen. Nein!!!“

Am 2. Februar 1978 startete der von George Lucas gedrehte Film „Krieg der Sterne – Episode IV“ in den deutschen Kinos. Wohl fast kein anderer Film der letzten 30 Jahre übte eine ähnliche Faszination über fast alle Altersgrenzen hinweg aus und auch wenige Filme übten (bis heute) in den letzten drei Dekaden einen ähnlichen Einfluss auf die gesamte Filmwelt aus, sowohl durch Genre, Spezialeffekte, Story oder auch die geniale Musik von John Williams.
Der Film wurde sowohl an den Kinokassen als auch bei den großen Preisverleihungen zu einem Erfolg – mit sieben Oscars ausgezeichnet und für weitere fünf nominiert.
20 Jahre nach dem ersten Erscheinen wurde auch die digitalisierte Neuauflage zu einem großen Erfolg, wohingegen die ab 1999 in die Kinos kommenden Filme, die die Vorgeschichte zum ersten verfilmten Teil (Episode IV) erzählten im Niveau nicht an die ursprünglichen Filme anknüpfen konnten. Heute steht „Krieg der Sterne“ auf einer Ebene mit den größten Klassikern der Filmgeschichte.

Sonderausgabe der London Tribune: KRIEG! Frankreich erklärt Großbritannien den Krieg (1. Februar 1793)

1. Februar 2008

London, Paris: Seit heute Vormittag befindet sich Großbritannien im Krieg mit Frankreich.
Der französische Emmisär Jean-Christophe de la Guillotine übergab um 7.00 a.m. Londoner Zeit eine entsprechende Depesche an den Secretary of State for Foreign Affairs, Lord Grenville.
Nach der Weitergabe der Nachricht an Prime Minister Pitt berief dieser sofort ein Kriegskabinett ein, dessen Besprechungen zur Stunde noch andauern. Erste Verlautbarungen lassen vermuten, dass nun schnellstmöglich neue Truppen ausgehoben werden sollen, um die Armee zu unterstützen, die sich wegen der Sicherheitslage auf dem Kontinent bereits im Alarmzustand befindet. Die vollständige Mobilmachung ist nur noch eine Frage der Zeit.Kriegserklärung Frankreichs an Großbritannien im Ersten Koalitionskrieg
Augenscheinlich sollen sobald als möglich Beratungen mit den Regierungen Preußens uns Österreichs aufgenommen werden, die sich bereits seit dem 20. April des vergangen Jahres mit Frankreich im Krieg befinden und deren erklärtes Ziel es ist, gemäß der Pillnitzer Deklaration von 1791, „den König von Frankreich in die Lage zu versetzen, in vollkommener Freiheit die Grundlage einer Regierungsform zu befestigen, welche den Rechten der Souveräne und dem Wohle Frankreichs entspricht“.
King George III. rief in einer ersten Verlautbarung das Volk dazu auf, Ruhe zu bewahren. Zur Zeit gäbe es, entgegen bereits seit Wochen kursierende Gerüchte, noch keinerlei Hinweise, dass Frankreich eine Invasion Großbritanniens plane. Er sei vielmehr davon überzeugt, dass es, wenn König, Regierung und Volk fest zusammen stünden, schnell möglich sein werde das revolutionäre Gespenst Frankreichs, gemeinsam mit den kontinentalen Mächten, zu vertreiben.
Seit 1792 befand sich Frankreich im sogenannten Ersten Koalitionskrieg mit Österreich, Preußen und Sardinien-Piemont. Der Koalition waren Ende Januar bereits Spanien, die Vereinigten Niederlande und Neapel beigetreten. Mit der Kriegserklärung Frankreichs an Großbritannien vom 1. Februar 1793 wurde die Koalition um die führende Seemacht der Welt erweitert. 1793 musste Frankreich zunächst mit Rückschlägen leben, erholte sich aber rasch wieder und bereits im folgenden Jahr konnten Revolutionstruppen den französischen Expansionsgelüsten mit großräumigen Eroberungen Auftrieb verleihen.
Schlacht von Valmy, Erster KoalitionskriegNeben der Besetzung Belgiens fiel auch das Rheinland in französische Hand und darüber hinaus gelang eine erfolgreiche Invasion über die Pyrenäen nach Spanien. Nachdem 1795 auch die Vereinigten Niederlande an Frankreich fielen, musste Großbritannien auch auf dem diplomatischen Parkett einen schweren Rückschlag erleiden, da es nicht gelang Preußen und Spanien im Krieg zu halten, die den Frieden von Basel mit Frankreich schlossen.
Die französischen Erfolge setzten sich 1796 und 1797 fort, vor allem Napoleon war mit seiner Armee in Italien sehr erfolgreich gegen die Heere Österreichs und Sardiniens, woraufhin letzteres ebenfalls aus dem Krieg ausscheiden musste. Im Frieden von Campo Formio schied schließlich auch Österreich aus der Koalition aus, so dass Großbritannien zunächst alleine im Krieg verblieb – bis es 1798 zu einer Neuauflage der Allianz mit Österreich und damit zur Zweiten Koalition kam.

Tagebuch eines Frontsoldaten: Kapitulation der 6. Armee unter Generalfeldmarschall Friedrich Paulus in Stalingrad (31. Januar 1943)

31. Januar 2008

23. August 1942
Der Himmel war schwarz vor deutschen Bombern. Solch einen gewaltigen Luftangriff werden die Russen sicher nie vergessen. Stalingrad liegt in Schutt und Asche. Nicht mehr lang und wir werden die Stadt hinter uns lassen, um weiter in den Osten vorzudringen.
22. September 1942
Nun halten sich die Kommunisten schon fast einen Monat und es hat nicht den Anschein, als ob wir sie heute noch aus der Stadt vertreiben würden. Doch immerhin scheint es gelungen zu sein am heutigen Teil den Süden der Stadt endgültig zu besetzen.
1. November 1942
Langsam aber sicher schwinden unsere Kräfte. Zahlreiche Kameraden sind bei Straßengefechten gefallen – unsere Reihen lichten sich deutlich. Hoffentlich erhalten wir bald Verstärkung.
Soldaten bei der Schlacht von Stalingrad
23. November 1942
Wir sind eingekesselt. Die Rote Armee hat den Ring um die Stadt geschlossen. Hoffentlich tüfteln die Oberen einen schlagkräftigen Plan aus, um uns aus dieser misslichen Lage zu befreien, denn lang werden wir es in diesem Trümmerhaufen nicht aushalten.
5. Januar 1943
Hunger, so unerträglich. Meine Gedanken kreisen fast ununterbrochen um etwas zu essen. Was würde ich nicht alles für ein Stück Brot geben. Viele meiner Kameraden sind in den letzten Tagen von uns gegangen. Dabei wurden sie nicht Opfer russischer Angriffe, sondern sind elendig verhungert. Holt uns doch endlich hier raus! Wo bleibt die Verstärkung, die Befreiungsarmee, sie muss doch schon vor den Toren der Stadt stehen und den russischen Kessel endlich durchbrechen.
31. Januar 1942
Gestern habe ich gehört, dass Generalfeldmarschall Paulus die Lage als aussichtslos bezeichnet haben soll und heute hat er tatsächlich kapituliert. Was wird jetzt aus mir? Werde ich noch jemals dazu kommen, hier ein paar Zeilen zu notieren?

Die Schlacht von Stalingrad (heute Wolgograd) gilt als Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs. Begonnen hatte die Schlacht mit dem Angriff der 6. Armee auf Stalingrad, sie endete mit der Niederlage der eingekesselten deutschen Truppen, womit gleichzeitig das Vordringen der deutschen Armee nach Russland gestoppt worden war.
In dieser Schlacht, die zu den größten des Zweiten Weltkriegs zählt, wurden rund 700.000 Menschen getötet, zu den Opfern zählten sowohl Soldaten als auch Zivilisten. Deutsche Soldaten in Stalingrad auf dem Weg in die Kriegsgefangenschaft
Ziel der Deutschen war es mit der Einnahme der Stadt Stalingrad einen wichtigen Nachschubweg zu unterbrechen. Vor allem der Wasserweg über die Wolga, an der die Stadt gelegen ist, war von strategischer Bedeutung, da über die Wolga vor allem Rüstungsgüter aus den USA transportiert wurden. Außerdem sollte durch die Einnahme der Stadt an der Wolga das weitere Vordringen der Wehrmacht in den Kaukasus abgesichert werden, um an die dortigen Ölfelder zu gelangen.
Der Angriff auf Stalingrad erfolgte unter dem Befehl des Generaloberst Friedrich Paulus (kurz vor der Kapitulation wurde er zum Generalfeldmarschall ernannt). Er hatte den Befehl über die 6. Armee sowie über Teile der 4. Panzerarmee. Am 23. August 1942 erfolgte ein Luftangriff der Deutschen zu hohen Verlusten auf Seiten der Russen, unter den Opfern waren zahlreiche Zivilisten, da Stalingrad auf Befehl Stalins nicht evakuiert worden war. In der Stadt fanden in der Folge zähe Kämpfe statt, nicht nur um einzelne Straßenzüge oder Häuserblocks, sondern um einzelne Häuser, teilweise sogar um einzelne Wohnungen. Dennoch konnten die deutschen Truppen im November die stark zerstörte Stadt an der Wolga zum größten Teil unter ihre Kontrolle bringen. An diesen deutschen Erfolg schloss sich die russische Gegenoffensive an, die zu einer Rückeroberung Stalingrads durch die Russen führte. Bei der so genannten Operation Uranus, gelang es den Russen, einen Ring um die Stadt zu legen und die Deutschen auf diese Weise einzukesseln. Seit dem 22. November 1942 war Stalingrad vollständig von russischen Truppen eingekesselt und die deutschen Truppen damit von Nachschub bzw. Verstärkung abgeschnitten. Die Heeresgruppe Don versucht im Dezember in der Operation Wintergewitter nach Stalingrad vorzudringen, scheitert aber, sodass Hitler schließlich alle Versuche, den Kessel zu durchbrechen, untersagt. Als Paulus am 08.Januar 1943 auf Befehl Hitlers ein Ultimatum zur Kapitulation verstreichen lässt, beginnen die Russen mit der Einnahme der Stadt. Am 30. Januar erkennt Paulus die Ausweglosigkeit der Lage und teilt Hitler mit, dass der Zusammenbruch innerhalb von 24 Stunden zu erwarten sei. Am 31. Januar 1943 muss der Südteil der eingeschlossenen Truppen unter Generalfeldmarschall Friedrich Paulus kapitulieren. Am 2. Februar stellten auch die restlichen noch verbliebenen Truppenteile im Norden der Stadt die Kampfhandlungen ein.
Durch die großen Verluste, die beide Seiten in dieser Schlacht zu beklagen hatten, ist die Schlacht von Stalingrad zum Sinnbild des Schreckens des Krieges geworden.