Archiv der Kategorie ‘Chronologisch‘

Micky Maus: Eröffnung des Disneyland Resort Paris / Euro Disney (12. April 1992)

Samstag, den 12. April 2008

Zip a dee do dah, zip a dee eh,
My oh my, what a wonderful day
Plenty of sunshine heading my way,
Zip a dee do dah, zip a dee eh.

Jetzt habe ich also auch hier ein zu Hause. Man sollte immer daran denken: It all started with a mouse.
Genauer gesagt mit mir – vor 64 Jahren, also 1928 und heute kennt jedes Kind meinen Namen.
Nun gibt es auch in Europa eine Main Street, die ich entland laufen kann, die Kinder der Besucher zum Lachen bringen und etwas Freude in ihre Gesichter zaubern.
Ob Walt das geahnt hat, als er 1955 seinen ersten Freizeitpark in Kalifornien eröffnet hat? Dass es irgendwann auch einmal einen Park in dem Land geben würde, aus dem seine Familie einst die große Weltreise mit ihrer Auswanderung nach Schottland begann, im 11. Jahrhundert?
„To all who come to this happy place, welcome“ mit diesen Worten wurde das erste Disneyland eröffnet.
Und nun darf ich hier die Kinder willkommen heißen in diesem neuen Zauberreich, in diesem Magic Kingdom.
„Here, age relives fond memories of the past… and here youth may savor the challenge and promise of the future.“
Auch hier sollen nun alt und jung gemeinsam Freude haben, ob in der Vergangenheit schwelgend, wie im Frontierland, die Rätsel unbekannter Regionen erlebend im Adventureland, in die Welt der großen Märchen eintauchend im Fantasyland oder mit auf die großen Visionen der Menschheit gerichtetem Blick im Discoveryland, so wie es Walt sich für seinen ersten Park auch gewünscht hat, wie es seine Vision war.
Ich bin hier angekommen und ich hoffe, die Gäste werden sich hier genauso wohl fühlen, wie ich gerade, als ich die Main Street entland flaniere, bevor die großen Tore sich öffnen.
Es kommt mir gerade so vor, als würde mich Walt noch einmal an die Hand nehmen und mir sein Reich zeigen.

Zip a dee do dah, zip a dee eh,
My oh my, what a wonderful day
Plenty of sunshine heading my way,
Zip a dee do dah, zip a dee eh.

Statue von Walt Disney und Micky Maus in den Walt Disney Studios, Disneyland Resort Paris

Mit der Eröffnung des Disneyland Resort Paris (damals noch bekannt unter dem Namen Euro Disney) öffnete am 12. April 1992 das wohl ambitionierteste Tourismusprojekt Europas seine Tore.
Es galt, die Magie der Disney Freizeitparks, die bereits seit 37 Jahren die Menschen in den USA und aus der ganzen Welt in ihren Bann zogen, nach Europa zu bringen, sowie schon ein paar Jahre zuvor ein Disneyland in Japan Einzug gehalten hatte.
Das Disneyland in Marne-la-Vallee, einer Ville nouvelle 32 km östlich von Paris, war das vierte Magic Kingdom in der Familie der Disney Parks. Das erste dieser Parks war das originale Disneyland in Anaheim in Kalifornien, das noch von Walt Disney selbst eröffnet worden war. Bereits die Eröffnung des zweiten Magic Kingdoms, im noch größer angelegten Projekt des Walt Disney Worlds in Orlando, Florida, konnte Walt Disney nicht mehr erleben, auch wenn er in der Planungsphase noch aktiv beteiligt war. Er starb im Jahr 1966, fünf Jahre vor der Einweihung von Walt Disney World, an Lungenkrebs.
Das dritte Magic Kingdom schließlich wurde 1983 in Tokio eröffnet.
Auf das Euro Disney Resort folgend wurde schließlich der fünfte Disney Freizeitpark-Komplex 2005 in Hong Kong eröffnet.
Walt Disneys Familie stammte ursprünglich aus dem Ort Isigny-sur-Mer, von wo aus sie im Zuge der normannischen Eroberung der britischen Inseln im 11. Jahrhundert nach Schottland und viele hundert Jahre später nach Amerika auswanderte.
Der Name Disney lässt sich vom Namen „von Isigny“ (d’Isigny) herleiten. Und so fand schließlich Walt Disneys Vision auch eine Heimat in dem Land, aus dem seine Vorväter stammten.
Das Disneyland Resort Paris bestand bei seiner Gründung aus einem Freizeitpark, sieben Euro Disney / Disneyland Paris Hotels, einem Golfplatz und einem Vergnügungsviertel, das bei der Eröffnung noch den Namen Festival Disney trug und heute als Disney Village bekannt ist.
Im Gegensatz zu seinen „Vorfahren“ war das Euro Disney Resort am Anfang allerdings kein wirtschaftlicher Erfolg, was zum Teil auch an vollkommen unrealistischen Prognosen lag.
Nach und nach konnte aber, vor allem bedingt durch die Eröffnung der neuen Hauptattraktion Space Mountain, die finanzielle Situation verbessert werden.
Mit der Eröffnung des zweiten Freizeitparks, den Walt Disney Studios 2002, bei denen alte Fehler wiederholt wurden, geriet das Resort, das die größte Tourismusattraktion in Europa darstellt, erneut in eine wirtschaftliche Schieflage, aus der es sich erst in den letzten beiden Jahren zunächst langsam, nun aber deutlicher zu erholen scheint, erneut bedingt durch ein großes Investitionsprogramm.
Neben den beiden Freizeitparks gehören weiterhin die ursprünglichen Hotels und das Vergnügungsviertel Disney Village zum Resort. Hinzugekommen sind mit der Zeit weitere Hotels externer Partner und mit dem Val d’Europe ein städtisches Siedlungsprojekt, zu dem auch eines der größten europäischen Einkaufszentren und ein SeaLife Riesenaquarium gehören.
Mit ca. 10.000 direkten und fast 40.000 externen, abhängigen Arbeitsplätzen ist das Disneyland Resort Paris einer der größten Arbeitsmarktfaktoren der Region.
Insgesamt hat die Euro Disney SCA, der Betreiberkonzern des Resorts, eine Gelände von ca. 1900 Hektar zur Entwicklung zur Verfügung, an denen sie bis 2017 das Vorrecht hat. Wie sich die weitere Entwicklung aber gestalten wird, ist in höchstem Maße vom Anhalten der wirtschaftlichen Konsolidierung abhängig.
Mehr über das Disneyland Paris erfahren Sie in unserem Portal dein-dlrp.de

Gerd Mertens, Werksvertreter: Der letzte Wartburg wird produziert (10. April 1991)

Donnerstag, den 10. April 2008

Sehr geehrte Damen und Herren! Ich freue mich, Sie am heutigen Tag in so großer Zahl zu diesem für unsere Stadt so bedeutenden Ereignis begrüßen zu dürfen!
Wie Ihnen allen bekannt ist, wird in wenigen Minuten der letzte Wartburg hier in Eisenach die Produktion verlassen. Damit geht die Geschichte eines großartigen und leistungsfähigen Automobils zu Ende. Doch noch ist dieser schmucke Straßenkreuzer nicht von den deutschen Autobahnen verschwunden, denn wie es sich in der Vergangenheit gezeigt hat, handelt es sich um ein langlebiges Modell, das seine Fahrer noch viele Jahre beglücken wird.
Wir hier in Eisenach werden unserem lieb gewonnenen Wartburg die Treue halten und nicht alle guten Werte sofort über Bord werfen und uns eines dieser westlichen Modelle anschaffen.
[wenige Minuten später]
Da rollt er nun, meine Damen und Herren, der letzte in unserem Eisenacher Werk produzierte Wartburg. Lassen Sie uns diesen Moment mit einem Glas Sekt ehren und ihn in unserer Erinnerung festhalten.
Ich wünsche dem Besitzer dieses Automobils allzeit gute Fahrt und viel Freude mit diesem ganz besonderen Wartburg!

Ein Wartburg der letzten bis 1991 produzierten Serie

Der in den Automobilwerken Eisenach hergestellte PKW namens Wartburg hat seinen Namen von der am selben thüringischen Ort gelegen Wartburg. Es handelt sich um einen Mittelklassewagen, der in der Zeit zwischen 1956 und 1991 in Eisenach produziert wurde.
Die Automobilwerke Eisenach, an deren Stelle seit 1928 ein BMW-Werk betrieben wurde, entstanden nach der Verstaatlichung des BMW-Werkes im Jahre 1945. 1955 wurde schließlich die Produktion der letzen Autos, die auf der BMW-Technik basierten, eingestellt und die Produktion des Wartburgs wurde in Angriff genommen.
Wartburg und Trabant waren zwei PKW-Modelle, die in der DDR produziert wurden. Ab Ende der 50er Jahre wurden auch PKW aus Russland importiert, so zunächst der Moskwitsch und später auch der LADA. In deutlich geringerem Umfang wurde auch das größer Modell namens Wolga eingeführt. Aus Rumänien wurde der Dacia in die Deutsche Demokratische Republik importiert.
Der Autokauf in der DDR lief anders ab als wir es heute kennen. Ein Autohausbesuch mit anschließendem Autokauf war nicht möglich, denn für Automobile existierte ein Bestellsystem, das Wartezeiten von zunächst fünf bis zehn Jahren beinhaltete. Als die Sowjetunion 1978 damit begann ihre PKW auch in das westliche Ausland zu verkaufen, erhöhten sich die Wartezeiten drastisch. Neben diesem offiziellen Markt mit Neuwagen gab es selbstverständlich auch den Handel mit Gebrauchtwagen und in einem gewissen Maße auch einen geduldeten Schwarzmarkt. Hinzu kamen Autos, die über Betriebe verteilt wurden, so zum Beispiel in den 1980er Jahren als 20.000 VW Golf in die DDR geliefert wurden, dort aber nie öffentlich verkauft, sondern ausschließlich über verschiedene Betriebe verteilt wurden.
Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten kam es in Westdeutschland zu einem wahren Ausverkauf der Autohäuser, da viele ostdeutsche Bürger nun endlich ein Auto ihrer Wahl erstehen konnten und dabei keine unendlichen Wartezeiten in Kauf zu nehmen hatten.
Auf Grund dieser Freiheit des Marktes ergab es sich, dass die ehemaligen DDR-Automodelle nicht mehr sonderlich gefragt waren, da sie in Leistung und Ausstattung gegenüber den meisten westlichen Modellen deutliche Defizite aufwiesen. Dieser Trend führte dazu, dass in Eisenach bereits am 10. April 1991 der letzte Wartburg vom Band lief und die Produktion dieses Modells damit eingestellt wurde.

(Das Bild zeigt einen Wartburg 1-3 und basiert auf dem Bild Wartburg_1.3_Limo_S_vorn.jpg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist der Wikipedia User EMST)

Bruder Werner Leinhard in seinem Tagebuch von 1537: Gründung des Augustinerordens (9. April 1256)

Mittwoch, den 9. April 2008

Nun stellt dieser Luther alles auf den Kopf, was die Geschichte mühsam errungen hat, dabei sollte er doch wissen, dass Gott ihn dazu bestimmt hat, sein Leben in unserem Orden zu führen und sich an die Regel des Heiligen Augustinus, unseres Urvaters, zu halten. Schließlich wurde er durch ein übernatürliches Ereignis, ein Zeichen Gottes, davon überzeugt, seinen Leben in den Dienst der Kirche zu stellen und in unserem Orden zu dienen.
Doch was geschieht stattdessen? Er treibt die Spaltung der Kirche voran, er stellt alles in Frage was seit Jahren als gut und von Gott gegeben betrachtet wurde. Was soll nun aus der Kirche, ja aus der gesamten Menschheit werden?
Seit kurzem liegt nun eine Bibel vor, die Luther übersetzt hat – in die Volkssprache. Gestern gab mir der Prior ein Exemplar, das ich gut in unserer Bibliothek verwahren solle. Natürlich habe ich mich inzwischen mit diesem Buch beschäftig und wage es nicht eine Prognose zu wagen, was dieses Buch noch anrichten wird. Die Macht der Kirche wird untergraben, die Menschen werden aus der Kirche fernbleiben und denken, sie können fortan ihre eigene Religiosität leben ohne den Rat der Kirche anzunehmen.
Nun steht auch unsere Tradition auf dem Spiel, die Tradition des Augustinerordens, der sich mühsam entwickeln musste, ehe er in der heutigen wahren Form hervortreten konnte.

Durch die päpstliche Bulle „Licet Ecclesia“ von Papst Alexander IV. Wurde am 9.April 1256 der Augustinerorden aus verschiedenen norditalienischen Bettelorden gegründet. Der lateinische Name des Ordens lautete bis 1963 Ordo Eremitarum Sancti Augustini. 1963 wurde der Namensteil Eremitarum durch den Papst gestrichen, da dieser kein Wesensmerkmal des Ordens darstellte.
Das Leben der Ordensmitglieder ist an der Augustinusregel ausgerichtet, die auf Augustinus von Hippo, einem bedeutenden christlichen Kirchlehrer aus dem frühen Mittelalter (4./5. Jahrhundert) zurückgeht.Die Taufe des Augustinus von Hippo Augustinus gründete in Nordafrika Klöster, in denen die Mönchen nach seiner Regel lebten. Das Mönchswesen der Augustiner verbreitete sich von Nordafrika aus rasch in ganz Europa. Es bildeten sich in der Folge verschiedene Orden und Eremitenverbände, die sich an der Regel des Heiligen Augustinus orientierten, zu diesen gehörten die Johannboniten, Wilhelmiten und Brittanier.
In der Phase der großen Ordensgründungen im 12. und 13. Jahrhundert, als der Dominikanerorden, Franziskanerorden und Karmeliterorden entstanden, fasste Papst Alexander IV. schließlich alle Gemeinschaften, die nach der Regel des Heiligen Augustinus lebten, zum Augustinerorden zusammengefasst.
Bereits seit einigen Jahren hatte es in der Toskana eine Bewegung gegeben, in der sich einige Eremitenverbände, die nach der Augustinusregel lebten, zusammengeschlossen. Diese Bewegung wurde von Papst Innozenz IV. unterstützt.