Der Spanische Erbfolgekrieg 3.2: Die Planungen der Kriegsparteien
Nur langsam ging die Zeit in den Winterlagern vorüber und vor allem in Metz war die Versorgungslage nicht ideal.
Frankreich nutze die Zeit zur Reorganisation seiner Truppen und zur Befestigung der Hauptstadt Paris. Weitere Verteidigungslinien wurden vor allem in Reims und Dijon aufgebaut.
Die Alliierten teilten nach dem Winter ihre Truppen in drei Stoßkeile auf, die von verschiedenen Seiten durch Frankreich nach Paris vorstoßen sollten.
Das Hauptheer im Süden sollte dabei von Eugen über Marseille nach Dijon und von dort weiter nach Paris rücken. Georg von Hessen-Darmstadt wollte die französische Metropole von Westen her erreichen und auf dem Weg die Atlantikhäfen bei Bordeaux und La Rochelle nehmen.
Im Norden schließlich plante Marlborough mit seinen Truppen über Reims nach Paris vorzurücken.
Mit einer offenen Feldschlacht rechnete keiner der drei Kommandanten, da es dem französischen Oberbefehlshaber de Villiers bewusst sein musste, dass seine stark geschwächten Truppen, trotz der Verschnaufpause und der Zeit zur Reorganisation, keine Chance gegen die deutlich stärkeren Heere der Alliierten hätten. 
So bereitete er sich in Paris auf eine Belagerung vor und erhoffte sich, durch die starken Befestigungen auf dem Weg in Reims und Dijon noch etwas Zeit zu gewinnen um Lebensmittel und sonstige Versorgungsprodukte in den Frühlingsmonaten heran zu schaffen.
Es war das Ziel des französischen Oberbefehlshabers und des französischen Königs Ludwig, die Hauptstadt uneinnehmbar zu machen und so die Truppen der Alliierten, die auf fremdem Terrain, weit ab der Heimat, standen, bei der bevorstehenden Belagerung zu zermürben, teilweise auch in der Hoffnung auf Aufstände im Rücken der Alliierten bei einer eventuell lang anhaltenden Besatzung von Städten und Festungen in ganz Frankreich.

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