Der Spanische Erbfolgekrieg 3.1: Weiteres energisches Vorgehen der Alliierten in Flandern und Spanien
In der Zwischenzeit ging auch der Duke of Marlborough erfolgreich gegen die französischen Truppen vor. Noch kurz zuvor hatte er vor der Ablösung gestanden, da Frankreich und Großbritannien Verhandlungen um einen Separatfrieden geführt hatten. Der plötzliche Anspruch Ludwigs auf den Thron in Folge des Todes von Philipp hatte aber zu einer Änderung der Meinung der neuen Tory-Regierung in Großbritannien geführt.
Zeitgleich mit dem Beginn des Marsches auf Madrid von den drei Seiten Gibraltar, Portugal und Katalonien ging auch der zu seinen Truppen zurückgekehrte Duke of Marlborough wieder offensiv gegen die französischen Truppen vor.
Nach erneuten Siegen in Flandern, begünstigt durch die frisch aus Preußen eingetroffenen Verstärkungen, gelang ein Vorstoß nach Lothringen.
Die französischen Truppen unter General Villiers konnten sich unter dem zunehmenden Druck von allen Seiten auch entlang der Rheinfront gegen die Truppen der Nördlinger Allianz und des Reiches Baden nicht mehr länger halten, so dass diese sich nach verschiedenen Manövern am 8. November 1711 mit den Truppen Marlboroughs in Metz vereinigen konnten.
Bis zu diesem Zeitpunkt war das Wetter den Alliierten günstig gestimmt gewesen, nun aber kam es in rascher Folge zu starkem Regen und danach zu einem unerwartet starken Wintereinbruch, was das Abrücken der vereinigten Truppen aus Metz verhinderte und den Franzosen somit eine Atempause und eine Zeit zur Reorganisation ihrer Truppen bot.
Derweil ging auch die Kampagne in Spanien uneingeschränkt weiter und die Belagerung Madrids wurde fortgeführt. Die Großstadt litt zunehmend unter dem Verlust ihrer Versorgungswege und die Lebensmittelsituation wurde immer schwieriger. Die Verteidigung der Stadt konnte von Tag zu Tag nur noch eingeschränkter aufrechterhalten werden und der Unmut der Bevölkerung wuchs.
Anfang Oktober 1711 kam es schließlich zu einer Erhebung der Bevölkerung gegen die in der Hauptstadt stationierten Truppen, was für Eugen und die verbündeten Streitkräfte das Signal zum Angriff war.
Die nun sowohl von innen als auch von außen bedrohten französischen und spanischen Truppen, die selbst auch ausgezehrt und demoralisiert waren, konnten sich nur noch wenige Tage halten und am 15. Oktober kapitulierten auch die letzten Verteidiger der spanischen Hauptstadt.
Unter dem Eindruck dieser Erfolge waren es die nächsten Ziele planten nun auch Prinz Eugen und Prinz Georg von Hessen-Darmstadt einen Vorstoß nach Südfrankreich. Da aber im Winter an eine Überquerung der Pyrenäenpässe zwischen Spanien und Frankreich nicht zu denken war rückte der Großteil der Truppen bis nach Saragossa vor und bezog dort ihr Winterlager.
In den folgenden Monaten wurden hauptsächlich Depeschen zwischen den Kommandeuren in Saragossa und Metz ausgetauscht um nach dem Winter ein koordiniertes Vorgehen in Frankreich zu planen.

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