Der Spanische Erbfolgekrieg 2.3: Die Schlacht von Teruel
Im Frühsommer des Jahres 1711 waren die Habsburger Truppen, trotz der brütenden Hitze in Spanien, auf dem Vormarsch in Richtung Madrid, während sich die britisch-französischen Verhandlungen über einen Separatfrieden in Utrecht immer weiter in die Länge zogen.
Prinz Eugen war bewusst, dass ihm ein spanisch-französisches Heer entgegen zog, das ihm an Männern überlegen war und noch dazu die territorialen Gegebenheiten besser kannte.
So versuchte Eugen einen für seine Truppen vorteilhaften Aufstellungsort zu finden und sammelte sein Heer.
Einen passenden Platz fand er ungefähr auf halber Strecke zwischen Barcelona und Madrid, auf einem Hügelzug in der Nähe des Stadt Teruel, gegenüber den Ufern des Rio Alfambra.
Im Morgengrauen des 1. Juli 1711 rückte das spanische Herr unter Führung Philipps den Truppen Eugens entgegen.
In der festen Überzeugung, durch die Überlegenheit an Truppen leichtes Spiel mit den Österreichern zu haben, gab Philipp seinen Kommandanten den Befehl zum Angriff, der zuerst auf der rechten Flanke eingeleitet wurde.
Unter schwerem Artilleriebeschuss konnte der linke Flügel Eugens der anstürmenden französischen Kavallerie nur schwer Stand halten, während die Gefechte, die sich an den anderen Flanken entwickelten gleichmäßig hin- und herwogten, mussten die Verteidiger des linken Flügels Schritt für Schritt nachgeben.
Gegen Mittag drohte der komplette Einbruch der Flanke, wodurch sich die Artillerie Philipps mit ihrem Beschuss auf das Zentrum Eugens Armee konzentrieren konnte, das nun auch von der Kavallerie der Franzosen, die an ihrer rechten Flanke keinen großen Widerstand mehr brechen mussten, bedrängt wurde.
Schon schien die Schlacht für Eugen verloren, als in den spanischen Reihen plötzlich Unruhe aufkam und das Sperrfeuer der Artillerie plötzlich abbrach, was auf beiden Seiten zu Verwirrung und einer Verschnaufpause für die Österreicher führte.
Urplötzlich hallte der Befehl zum Rückzug des spanischen Heeres über das Schlachtfeld.
Noch war nicht klar, was geschehen war, aber bald schienen sich die ersten aufkommenden Gerüchte zu verdichten. Philipp V. war durch ein österreichisches Geschütz tödlich verwundet worden.

Sofort versuchte Eugen seine Truppen neu zu ordnen und dem sich zurückziehenden Feind nachzusetzen. Die eigenen Truppen waren aber durch die sich anbahnende Niederlage zu sehr geschwächt worden, und auf der Gegenseite konnten die Franzosen und Spanier schnell Ordnung in ihren Rückzug bringen, so dass ein erfolgreiches Nachsetzen nicht möglich war.
Der militärische Triumph blieb somit aus, aber der plötzliche Tod Philipps sollte die Karten im Spanischen Erbfolgekrieg, dem „Weltkrieg des Barock“ erneut mischen…
(Das Gemälde stammt von Hyacinthe Rigau y Ros und zeigt Philipp V., König von Spanien)

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